Termine

April 2021

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Gemeinsam ins Stadion von Real Madrid

Wir sind dann mal weg – einmal zu Fuß nach Madrid. Und weil es so schön ist, auch noch um die ganze Welt. Das ist nicht etwa das neueste Pilger-Werk von Hape Kerkeling. Diese verrückte Idee hatten die Lampertheimer Jugendfußballtrainer Thorsten Schott (45) und Elias Goetz (19). Weil ihre D-Jugend seit Monaten nicht trainieren kann, starteten sie eine Lauf-Herausforderung: Virtuell gemeinsam bis ins Herzen der spanischen Hauptstadt laufen.

Was zunächst nach einem völlig absurden Plan klingt, verselbstständigt sich bei der JSG Lampertheim/Hüttenfeld schnell. Denn als motivierendes Ziel ihrer Reise haben sich Schott und Goetz ausgerechnet einen heiligen Gral des Fußballsports ausgesucht: Das Estadio Santiago Bernabeu, Heimstätte des weißen Balletts von Real Madrid. 1600 Kilometer weit ist das Stadion von der Spargelstadt entfernt. Fast 500 Kilometer haben die 14 Jugendlichen im Alter von zwölf und 13 Jahren seit Mitte Januar bereits abgespult – in der Gemarkung immer gut an ihren einheitlich schwarz-weißen Trainingsanzügen zu erkennen. „Wir sind extrem stolz auf unsere Jungs. Unglaublich, wie motiviert alle sind“, sagt Thorsten Schott.

Über eine App können alle ihre Läufe speichern und einsehen, wie oft ihre Kumpels schon gelaufen sind. Auch Preise winken den Jugendlichen bei der Aktion als zusätzliche Motivation. Drei Fitness-Uhren wollen die Übungsleiter am Ende an die fleißigsten Läufer vergeben. „Dabei geht es aber nicht um den reinen Leistungsgedanken“, erklärt Schott. So gewinnen etwa nicht diejenigen, die die meisten Kilometer abgespult haben oder die schnellsten Zeiten hinlegen. Die Preise gehen an die Kinder, die sich am häufigsten überwinden konnten und laufen gegangen sind. Für die Uhren suchen die Trainer noch Sponsoren, um die Mannschaftskasse nicht gänzlich plündern zu müssen. Obendrauf kommt für alle Nachwuchsfußballer dann noch ein großes Kabinenfest – sobald das Ziel erreicht und die Corona-Pandemie eine Feier wieder zulässt.

Ohnehin scheint die D1 der JSG Lampertheim/Hüttenfeld ein eingeschworener Haufen zu sein. Trotz des eingestellten Spiel- und Trainingsbetriebs sind bisher alle Jungs an Bord geblieben. Der Tatendrang der Truppe hatte sich schon früh angekündigt. „Wir hatten eine sensationell gute Vorbereitung mit 100 Prozent Trainingsbeteiligung bei drei Einheiten in der Woche“, erinnert sich Schott. Der Lohn: Aus den ersten sechs Partien der Saison gewann die D1 gleich fünf, im Pokalwettbewerb zog das Team ins Viertelfinale ein – bis die Corona-Pandemie den Saisonabbruch erzwang. Besonders bitter: Im Dezember hätte das große U12-Hallenmasters des TV Lampertheim mit zahlreichen Bundesligavereinen und internationalen Top-Clubs auf die Mannschaft gewartet. Doch statt den Kopf in den Sand zu stecken hat das Team seinen Tatendrang einfach anders umgesetzt.

Stark auch in der Krise

 

„Am Anfang haben wir zwei Mal die Woche virtuelles Training gemacht. Stabilität, Fußball-Quiz – manchmal redet man auch einfach miteinander“, berichtet Schott. Damit habe man das Zusammengehörigkeitsgefühl auch in der Krise stärken wollen. Weil das digitale Angebot von Elias Goetz so gut angenommen wurde, erwuchs daraus schließlich die Lauf-Challenge. „Man erkennt die Jungs in der Gemarkung an ihren schwarz-weißen Trainingsanzügen“, so Schott. Auch die vage Idee, als Team beim Spargellauf anzutreten ist schon geboren.

Mit ihrem Trainingseifer sind die Jugendlichen übrigens ansteckend. Inzwischen hat die ganze Fußball-Abteilung des TV Lampertheim eine ähnliche Aktion ins Leben gerufen. Sie wollen virtuell 40 000 Kilometer um die Erde laufen. Fast 100 Spieler und Betreuer sind dabei, schon nach zwölf Tagen standen über 1000 Kilometer zu Buche.

Südhessen Morgen, 08.03.2021

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